Presse

Deutscher Übersetzerfonds vergibt Stipendien
Pressemitteilung vom 17.4.2019

41 Stipendien in der Gesamthöhe von 158.400 Euro wurden bei der ersten Vergaberunde dieses Jahres von der Jury des Deutschen Übersetzerfonds beschlossen.

Ein Exzellenzstipendium für besonders anspruchsvolle Übersetzungsprojekte erhielt Gabriele Leupold (Warlam Schalamow / Russisch).

27 Arbeitsstipendien für derzeit laufende Übersetzungsprojekte werden vergeben, u.a. an Christopher-Fares Köhler (Arabisch), Anna-Nina Kroll (Englisch), Eva Schestag (Chinesisch), Tobias Scheffel und Claudia Steinitz (Französisch) sowie an Gundula Schiffer (Hebräisch). Mit dem Brockes-Stipendium wird Holger Fock ausgezeichnet. Die mit einem Mentorat verbundenen Bode-Stipendien wurden u.a. Marie-Theres Cermann, Leonie Nückell und Stefanie Ochel gewährt. Initiativstipendien für die Vermittlungsarbeit vielversprechender Übersetzungsprojekte erhielten u.a. Alexandra Berlina, Henning Bochert und Nathalie Rouanet.

Die Statistik verzeichnet 14 berücksichtigte Ausgangssprachen, der Frauenanteil liegt bei Bewerbungen und Stipendiaten bei etwa zwei Dritteln. Eine vollständige Liste der Geförderten findet sich in der ausführlichen Pressemitteilung zum Download unten.

Die nächste Stipendienvergabe erfolgt im Juli 2019, die Bewerbungsfrist ist der 15. Mai 2019.

Pressemitteilung mit ausführlichen Informationen zum Download

Uljana Wolf wird August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessorin an der Freien Universität Berlin im Wintersemester 2019/20
Pressemitteilung vom 10.4.2019

Uljana Wolf wird August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin

Deutscher Übersetzerfonds fördert Lehrtätigkeit im Wintersemester 2019/2020

Die Lyrikerin, Übersetzerin und Essayistin Uljana Wolf wird im Wintersemester 2019/2020 die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung bekleiden. Die vom Deutschen Übersetzerfonds und der Freien Universität Berlin 2007 ins Leben gerufene Gastprofessur ist die erste Professur für Poetik der Übersetzung im deutschsprachigen Raum und wird jährlich im Wintersemester am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft eingerichtet.

Uljana Wolf wurde 1979 in Berlin geboren und studierte Germanistik, Kulturwissenschaft und Anglistik in Berlin und Krakau. Das Thema Mehrsprachigkeit zieht sich durch ihr schriftstellerisches und übersetzerisches Werk. Vier Gedichtbände hat sie seit 2005 veröffentlicht, zuletzt „meine schönste lengevitch“ (kookbooks 2013), sowie den Essay „Wandernde Errands. Theresa Hak Kyung Chas translinguale Sendungen“ (Stiftung Lyrikkabinett / Wunderhorn 2016). Kürzlich erschienene Übersetzungen sind Lyrikbände von Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki: „tumor linguae“ (aus dem Polnischen, gemeinsam mit Michael Zgodzay, Edition Korrespondenzen 2015), Eugene Ostashevsky: „Der Pirat, der von Pi den Wert nicht kennt“ (aus dem Englischen, gemeinsam mit Monika Rinck, kookbooks 2017), Erin Moure: „O Cadoiro“ (aus dem Englischen, roughbooks 2016) sowie Übersetzungen der Kurzprosa Ilse Aichingers ins Englische („Bad Words“, Seagull Books 2018, gemeinsam mit Christian Hawkey).

Uljana Wolf wurde u. a. mit dem Peter-Huchel-Preis (2006), dem Adalbert-von-Chamisso-Preis (2016) und dem Erlanger Preis für Poesie als Übersetzung (2015) ausgezeichnet. Gelehrt hat sie u. a. am Pratt Institute Brooklyn und Berlin, der New York University, dem Institut für Sprachkunst in Wien sowie als Inhaberin der Ricarda-Huch-Poetikdozentur an der TU Braunschweig und der IFC-Poetikdozentur an der LMU München.

„Poetik der Übersetzung“ – der anspruchsvolle Titel der Gastprofessur an der Freien Universität ist Programm. Ihr Zweck ist die kritische Reflexion eigener und fremder Übersetzungsmethoden sowie die vergleichende Textanalyse (Original und Übersetzung, Übersetzungsvarianten). Zudem soll die Professur ein exponierter Ort der historischen Reflexion von Methoden und Theorien literarischen Übersetzens werden. Denn in herausragender Weise verband ihr Namenspatron August Wilhelm von Schlegel in seinem Schaffen philologische Forschung, eigene Dichtung und literarische Übersetzung.

Der Deutsche Übersetzerfonds und das Peter Szondi-Institut erachten die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur als markanten Schritt auf dem Weg zu einer Aufwertung der literarischen Übersetzung als eigenständige künstlerische Leistung.

Ihre öffentliche Antrittsvorlesung wird Uljana Wolf am 24. Oktober 2019 um 19:30 Uhr im Collegium Hungaricum Berlin (Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin) halten.

Pressemitteilung vom 10.04.2019

Deutscher Übersetzerfonds vergibt Stipendien
Pressemitteilung vom 13.12.2018

45 Stipendien in der Gesamthöhe von 209.200 Euro wurden bei der letzten Vergaberunde dieses Jahres von der Jury des Deutschen Übersetzerfonds beschlossen.

Exzellenzstipendien für besonders anspruchsvolle Übersetzungsprojekte erhielten Bettina Kaibach (Isaak Babel / Russisch), Ron Winkler (Lawrence Ferlinghetti / Englisch),  Christian Hansen (Patricio Pron / Spanisch), Norbert Lange (Jerome Rothenberg/ Englisch), Miriam Mandelkow (Samuel Selvon/ Englisch) und Luis Ruby (Clarice Lispector / Portugiesisch).

27 Arbeitsstipendien für derzeit laufende Übersetzungsprojekte wurden vergeben, u.a. an Elke Ranzinger (Norwegisch), Rainer G. Schmidt (Französisch), Stefanie Jacobs (Englisch), Heike Flemming (Ungarisch) und Michael Zgodzay (Polnisch).

Das Gottsched-Stipendium für persönliche Weiterbildungsinitiativen erhält Theo Votsos.

Ein mit einem Mentorat verbundene Bode-Stipendium wurde Sophia Lindsey gewährt.

Initiativstipendien für die Vermittlungsarbeit vielversprechender Übersetzungsprojekte erhielten u.a. Christian Driesen, Achim Stanislawski und Christine Hengevoß.

Die Statistik verzeichnet 16 berücksichtigte Ausgangssprachen, der Frauenanteil liegt bei Bewerbungen und Stipendiaten bei etwa zwei Dritteln. Eine vollständige Liste der Geförderten findet sich in der ausführlichen Pressemitteilung unten. Die nächste Stipendienvergabe erfolgt im März 2019, die Bewerbungsfrist ist der 15. Januar 2019.

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Deutscher Übersetzerfonds vergibt Stipendien
Pressemitteilung vom 19.11.2018

Mit einem erweiterten Stipendienangebot und dem Ausbau der Projektförderung setzt der Deutsche Übersetzerfonds die im Sommer durch den Deutschen Bundestag beschlossenen Mittelerhöhungen um.

Eine neu installierte zweite Jury beschloss auf ihrer Sitzung Anfang November die Vergabe von 41 Stipendien in der Gesamthöhe von 208.300 Euro. Je nach Art und Umfang der Arbeitsprojekte bewegen sich die individuellen Förderungen zwischen 2.000 Euro und 24.000 Euro.

Arbeitsstipendien erhalten:

Juana und Tobias Burghardt, Karin Fleischanderl, Matthias Friedrich, Frank Heibert, Rudolf Hermstein und Sabine Roth, Maria Hoffmann-Dartevelle, Maria Hummitzsch, Christian Kolb, Ina Kronenberger, Felix Kurz, Susanne Lange, Barbara Linner, Ruth Löbner, Conny Lösch, Maria Meinel, Thomas Mohr, Angelika Overath und Nursel Gulenaz, Eva Profousová, Bernhard Robben, Tobias Rothenbücher, Ruben Schenzle, Michael Schickenberg, Hinrich Schmidt-Henkel, Ulrich Sonnenberg, Dorothea Traupe und Stefan Wieczorek

Das Gottsched-Stipendium erhält:

Simone Kornappel

Das Bode-Stipendium erhält:

Anne Krier

Mit dem Brockes-Stipendium ausgezeichnet wird:

Margitt Lehbert

Ein Aufenthaltsstipendium im EÜK Straelen bekommt:

Katrin Segerer

Zwei neu eingeführte Stipendienformate wurden zum ersten Mal vergeben:

Exzellenzstipendien, die literarisch besonders anspruchsvolle Übersetzungsprojekte mit monatlichen Zuschüssen unterstützen, erhielten:

Nicola Denis, Dirk van Gunsteren und Nikolaus Stingl, Andreas Jandl und Frank Sievers, Wolfgang Tschöke, Ernest Wichner

Initiativstipendien für die Vermittlungsarbeit vielversprechender Übersetzungsprojekte, für die noch kein Verlagsvertrag besteht, erhielten:

Till Bardoux, Ina Böhme, Heike Flemming, Doris Kouba, Johanna Schwering, Andreas Tretner.

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Deutscher Übersetzerfonds vergibt Stipendien
Pressemitteilung vom 20.07.2018

Die Jury des Deutschen Übersetzerfonds hat auf ihrer letzten Sitzung 59 Stipendien in der Gesamthöhe von 277.400 Euro vergeben. Je nach Art und Umfang der Arbeitsprojekte bewegen sich die Stipendien zwischen 1.500 Euro und 9.000 Euro.

Arbeitsstipendien erhalten:      

Thomas Atzert und Andreas Löhrer, Joachim Bartholomae, Larissa Bender, Karin Betz, Alida Bremer, Yasemin Dincer, Brigitte Döbert, Susanne Hornfeck und Andrea Ott, Rachel Gratzfeld, Claudia Hamm, Sybilla Heinze, Gregor Hens, Torsten Israel, Reinhard Kaiser, Orsolya Kalász, Birgitta Kicherer, Susanne Kihm und Nika Lomtadze, Annika Klapper, Barbara Kleiner, Erwin Köstler, Christiane Kuby und Bettina Bach, Tanja Küddelsmann, Hannes Langendörfer, Antje Leetz, Kristiane Lichtenfeld, Martina Lisa, Stefan Moster, Hans-Christian Oeser, Grete Osterwald und Uli Aumüller, Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein, Eva Profousová, Nadine Püschel, Kathrin Razum, Jan Schönherr, Rita Seuß, Paul Sourzac, Claudia Steinitz, Tim Trzaskalik, Helga van Beuningen, Elvira Veselinović, Nicolai von Schweder-Schreiner, Frank Weigand und Doron Hamburger, Maria Weissenböck, Karl-Ludwig Wetzig, Stefan Wieczorek, Karen Witthuhn und Anika Wolff                                                

Reisestipendien gehen an:

Stefanie Frida Lemke, Gesine Schröder und Achim Wagner                                                           

Aufenthaltsstipendien erhalten:

Inga Meincke und Maja Ueberle-Pfaff             

Bode-Stipendien gehen an:

Yvonne Eglinger (Mentor: Tobias Scheffel), Karoline Hippe (Mentorin: Ursel Allenstein), Benjamin Mildner (Mentorin: Bettina Abarbanell), Eva Scharenberg (Mentorin: Brigitte Große) und Anne Schneider (Mentorin: Patricia Klobusiczky)

Das Gottsched-Stipendium erhält:

Cornelia Holfelder-von der Tann

Mit dem Brockes-Stipendium ausgezeichnet wird:

Robin Detje

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Gabriele Leupold wird August-Wilhelm-von Schlegel-Gastprofessorin an der Freien Universität Berlin im Wintersemester 2018/19
Pressemitteilung vom 24.4.2018

Gabriele Leupold wird August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin

Deutscher Übersetzerfonds fördert Lehrtätigkeit im Wintersemester 2018/2019

Die Übersetzerin Gabriele Leupold wird im Wintersemester 2018/2019 die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung bekleiden. Die vom Deutschen Übersetzerfonds und der Freien Universität Berlin 2007 ins Leben gerufene Gastprofessur ist die erste Professur für Poetik der Übersetzung im deutschsprachigen Raum und wird jährlich im Wintersemester am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft eingerichtet.

Gabriele Leupold wurde 1954 in Niederlahnstein geboren und ist in Mainz aufgewachsen. Sie studierte Slawistik und Germanistik in Mainz, Göttingen, Konstanz und Moskau. Seit 1982 lebt sie als literarische Übersetzerin aus dem Russischen und Polnischen in Berlin. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem das Zuger Übersetzer-Stipendium (1997), den Paul-Celan-Preis (2002) und den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (2012); derzeit ist sie Trägerin des Hieronymus-Rings des VdÜ (2017-2019).

Werke von Michail Bachtin („Rabelais und seine Welt“, 1987) und Boris Groys („Gesamtkunstwerk Stalin“, 1988) standen am Anfang ihres Werdegangs als Übersetzerin. Gabriele Leupolds Schwerpunkte liegen in der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts: Andrej Belyj („Kotik Letajew“, 1993; „Petersburg“, 2001), Andrej Platonow („Die Baugrube“, 2016), Boris Pasternak („Eine Brücke aus Papier“, 2000), die Werke Warlam Schalamows (mehrbändige Werkausgabe im Verlag Matthes & Seitz Berlin, zuletzt: „Über die Kolyma. Erinnerungen“, 2018) und Autoren der russischen „Neuen Welle“ wie Jewgenij Charitonow („Unter Hausarrest“, 1996), Jurij Mamlejew („Die irrlichternde Zeit“, 2003) und Vladimir Sorokin („Der Obelisk“, 1992).

Gabriele Leupold ist Mitherausgeberin der Sammelbände „In Ketten tanzen. Übersetzen als interpretierende Kunst“ (Wallstein 2008, zusammen mit Katharina Raabe) sowie „Im Bergwerk der Sprache. Eine Geschichte des Deutschen in Episoden“ (Wallstein 2012, zusammen mit Eveline Passet) und Koautorin der Videodokumentation „Spurwechsel. Ein Film vom Übersetzen“ (2003). Regelmäßig leitet sie Übersetzerseminare im Literarischen Colloquium Berlin.

„Poetik der Übersetzung“ – der anspruchsvolle Titel der Gastprofessur an der Freien Universität ist Programm. Ihr Zweck ist die kritische Reflexion eigener und fremder Übersetzungsmethoden sowie die vergleichende Textanalyse (Original und Übersetzung, Übersetzungsvarianten). Zudem soll die Professur ein exponierter Ort der historischen Reflexion von Methoden und Theorien literarischen Übersetzens werden. Denn in herausragender Weise verband ihr Namenspatron August Wilhelm von Schlegel in seinem Schaffen philologische Forschung, eigene Dichtung und literarische Übersetzung.

Der Deutsche Übersetzerfonds und das Peter Szondi-Institut erachten die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur als markanten Schritt auf dem Weg zu einer Aufwertung der literarischen Übersetzung als eigenständige künstlerische Leistung.

Ihre öffentliche Antrittsvorlesung wird Gabriele Leupold Anfang November 2018 halten; Ort und Termin werden rechtzeitig bekannt gegeben.

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Robert Bosch Stiftung und Deutscher Übersetzerfonds rufen gemeinsames Übersetzerförderprogramm ins Leben
Pressemitteilung vom 2.2.2018

Stuttgart/Berlin, 2. Februar 2018 – Die Robert Bosch Stiftung GmbH erweitert ihre Übersetzerförderung. Gemeinsam mit dem Deutschen Übersetzerfonds e.V. (DÜF) startet sie das internationale Förderprogramm „TOLEDO – Übersetzer im Austausch der Kulturen“ für literarische Übersetzerinnen und Übersetzer.

„Übersetzer sind unverzichtbare Akteure der Völkerverständigung. Mit TOLEDO erweitert die Robert Bosch Stiftung ihre bisherige Übersetzerförderung und stärkt damit nachhaltig die Rolle von Übersetzern als Kulturmittler. Denn: Sie sorgen dafür, dass Menschen weltweit an Geschichten und Wissen anderer Kulturen teilhaben. Mit dem Deutschen Übersetzerfonds als einer bedeutenden und hervorragend vernetzten Institution haben wir außerdem den idealen Partner für TOLEDO gefunden.“, so Dr. Maja Sibylle Pflüger, stellvertretende Bereichsleiterin „Völkerverständigung Europa und seine Nachbarn“ der Robert Bosch Stiftung.

Jürgen Jakob Becker, Geschäftsführer des Deutschen Übersetzerfonds, ergänzte: „Übersetzer sind Fachleute für Verständigung und Kosmopoliten sui generis. TOLEDO wird sie dabei unterstützen, sich in der Welt zu bewegen, Netzwerke aufzubauen und ihr Wissen mit dem Publikum zu teilen. Die Möglichkeiten hierfür durch diese Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung auszubauen und fortzuentwickeln, ist für den Deutschen Übersetzerfonds ein großer Ansporn.“

Vernetzung und Mobilität von Übersetzern stärken

Unter dem Dach von TOLEDO wird es Werkstattformate wie „ViceVersa“ geben, in denen Übersetzer eines bestimmten Sprachenpaares (z.B. Deutsch-Hebräisch und Hebräisch-Deutsch) gemeinsam an ihren Texten und deren sprachlichen Herausforderungen arbeiten können. Darüber hinaus wird der TOLEDO-Mobilitätsfonds Übersetzern Aufenthalte in den Ländern ihrer Ausgangssprache und in europäischen Übersetzerzentren wie dem Übersetzerhaus Looren in der Schweiz, der Villa Decius in Polen oder dem Collège international des traducteurs littéraires (CITL) in Frankreich ermöglichen. Eine weitere Aufgabe von TOLEDO wird die Förderung des Austauschs zwischen Übersetzern und anderen Akteuren des Literaturbetriebs wie Autoren und Lektoren sein. An der Übersetzungskunst Interessierten wird das Programm zudem ein breitgefächertes Veranstaltungsangebot präsentieren. So wird es beispielsweise eine Kooperation mit dem Übersetzerzentrum auf der Leipziger Buchmesse geben. Zu den Neuentwicklungen des Programms werden Expeditionen in Städte mit lebendigen Übersetzerszenen wie Kolkata gehören.

Benannt ist das Förderprogramm TOLEDO nach der kastilischen Stadt, die eine wichtige Rolle in der langen Tradition europäischer Übersetzungskunst spielt und zum Sinnbild für den Brückenschlag zwischen Wissenschaften, Religionen, von Orient und Okzident wurde.

Programmstart in Berlin

Den Programmstart bildet die heutige Auftaktveranstaltung im Literarischen Colloquium Berlin, die unter dem Motto „Der Traum von Toledo“ steht. Veranstaltungshöhepunkt ist die Festrede des amerikanischen Schriftstellers und Übersetzers Joshua Cohen, dessen Roman „Buch der Zahlen“ kürzlich auf Deutsch erschienen ist. Ergänzt wird die Veranstaltung durch Gespräche und Performances mit Übersetzern.

Übersetzerförderung für die Völkerverständigung

Mit TOLEDO baut die Robert Bosch Stiftung ihre bislang unter dem Namen „Literarische Brückenbauer“ laufende Übersetzerförderung weiter aus. Die Stiftung stellt dafür insgesamt 450.000 € bereit. Für den Deutschen Übersetzerfonds bedeutet das gemeinsame Programm TOLEDO, seine Fördertätigkeit um eine stark international geprägte Komponente zu erweitern. 

Kontakt:

Aurélie Maurin, Deutscher Übersetzerfonds e.V.
Telefon +49(0)30 / 80490859
maurin@uebersetzerfonds.de
www.toledo-programm.de

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Deutscher Übersetzerfonds vergibt Stipendien - Herbstvergabe 2017
Pressemitteilung vom 5.12.2017

Die Jury des Deutschen Übersetzerfonds hat auf ihrer letzten Sitzung 37 Stipendien in der Gesamthöhe von 145.200 Euro vergeben. Je nach Art und Umfang der Arbeitsprojekte bewegen sich die Stipendien zwischen 1.500 Euro und 10.000 Euro.

Arbeitsstipendien für derzeit laufende Übersetzungsprojekte wurden u.a. vergeben an:

Elina Kritzokat (Minna Rytisalo / Finnisch), Patricia Klobusiczky und Brigitte Große (Hélène Gestern / Französisch), Christian Hansen (Roberto Bolaño/ Spanisch), Àxel Sanjosé (Màrius Torres / Katalanisch), Timea Tankó (György Dragomán / Ungarisch) und Olga Radetzkaja (Maria Stepanova / Russisch). Das nach Luise Adelgunde Victorie Gottsched benannte Stipendium für persönliche Weiterbildungsinitiativen erhält Lydia Nagel. Das Bode-Stipendium ist die Umsetzung eines Mentorenmodells. In diesem Herbst kommt Sophie Nieder (Übersetzung eines französischen Romans, begleitet von Patricia Klobusiczky) in den Genuss dieser Förderung.

Die nächste Stipendienvergabe erfolgt im Frühjahr 2018, Einsendeschluss für Bewerber ist der 31. März 2018.

Pressemitteilung mit der vollständigen Liste der Geförderten als PDF zum Download

Pociao gewinnt den DeLillo-Übersetzungswettbewerb des Deutschen Übersetzerfonds und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Pressemitteilung vom 20.10.2017

Die in Bonn und Tanger lebende Übersetzerin Pociao hat den DeLillo-Übersetzungswettbewerb des Deutschen Übersetzerfonds und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gewonnen. Der mit 2.000 € dotierte und von der Kulturstiftung der Länder gestiftete Preis wurde am Freitagabend als Abschluss des Symposiums zum 20. Jubiläum des Deutschen Übersetzerfonds überreicht.

Gegenstand des öffentlichen Wettbewerbs war eine deutsche Übersetzung des hierzulande wenig bekannten und noch nicht übersetzten Frühwerks Don DeLillos, der  Anfang des Romans  „Great Jones Street“ aus dem Jahr 1973. Eine Fachjury (Ulrich Blumenbach, Kerstin Gleba, Andreas Jandl, Miriam Mandelkow und Andreas Platthaus) hatte mehr als 400 Einsendungen – in der großen Mehrzahl von übersetzenden Laien – zu prüfen.

Die Wahl der Jury fiel auf Pociaos Version, denn:

„Pociao schöpft aus dem Vollen, und in ihrer Übersetzung gibt es immer wieder Anlässe zum Jubeln. Das geht beim ersten Satz los, einem Paukenschlag, dessen Dröhnen wiederhergestellt wird: „Ruhm erfordert Exzesse jeglicher Art.“ Oder um ein anderes Beispiel zu nehmen: Das unauffällige Adjektiv „visceral“ ist ein semantischer Cocktail aus konkreten Eingeweiden und figurativem Bauchgefühl, der einen Englischübersetzer zur Verzweiflung treiben kann, aber der Ausdruck ist nicht unübersetzbar, wie Pociao beweist, bei der aus „There was less sense of simple visceral abandon at our concerts during these last weeks“ der Satz wird: „In diesen letzten Wochen hatten schlichte, hemmungslose Ausschreitungen bei unseren Konzerten spürbar nachgelassen.“ Bei all dem war eigene Kreativität gefragt, all das geht über das Handwerk hinaus, all das ist wahre Kunst des Übersetzens. Und ein Buch fängt an zu klingen, trifft man nur das Zauberwort.“

Pociao studierte nach längeren Aufenthalten in London und New York Anglistik, Germanistik und vergleichende Literaturwissenschaften in Bonn. Anfang der 70er Jahre Gründung von Pociao’s Books, einem Vertrieb für experimentelle Literatur aus der amerikanischen Small-Press-Szene für den europäischen Raum, Mitarbeit beim Verlag Expanded Media Editions und Mitte der 90er Jahre zusammen mit der Komponistin Ulrike Haage Gründung des eigenen Verlags Sans Soleil. Übersetzung zahlreicher Autoren aus den Vereinigten Staaten, England und Spanien, darunter Paul und Jane Bowles, Gore Vidal, William S. Burroughs, Bill Ayers, Patti Smith, Laurie Anderson, Zelda Fitzgerald, Adam Haslett, Tom Robbins, Nicholas Christopher, Gina Ochsner, Evelyn Waugh und Jeremy Reed. Pociao, die auch als Autorin zahlreicher Features über Clarice Lispector oder Mohamed Choukri hervorgetreten ist,  lebt in Bonn und Tanger.

Ein Anliegen des Wettbewerbs ist die Diskussion der Frage, ob und inwieweit sich das Literaturübersetzen in Deutschland  in den vergangenen Jahrzehnten weiterentwickelt hat. In einem F.A.Z.-Beitrag am Samstag, 21. Oktober 2017 geht Ulrich Blumenbach auf die Befunde des Wettbewerbs ein. Dort werden auch DeLillos Originaltext und Pociaos deutsche Übersetzung nachzulesen sein.

(Nachtrag: hier geht es zum Artikel in der F.A.Z.)

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Der Deutsche Übersetzerfonds wird 20 Jahre alt
Pressemitteilung vom 19.10.2017

Sein 20-jähriges Gründungsjubiläum feiert der Deutsche Übersetzerfonds (DÜF) am heutigen Abend im Literarischen Colloquium Berlin.
Der Deutsche Übersetzerfonds (DÜF) hat die Förderung literarischer Übersetzerinnen und Übersetzer in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit einer Vielfalt an Instrumenten und neuen Inhalten Gestalt werden lassen. Der heutige Festakt mit Reden von Staatsministerin Monika Grütters, Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe und DÜFVorsitzenden Thomas Brovot ist verbunden mit der Eröffnung der von Marie Luise Knott und Andreas Tretner kuratierten Ausstellung „Urbans Orbit. Einblicke in den Nachlass eines Übersetzers“. Sie zeigt den großen Übersetzer Peter Urban (1941-2013) als leidenschaftlichen Čechov-Philologen, als Anwalt und Vermittler der Werke Velimir Chlebnikovs, als Wegbegleiter zeitgenössischer Autoren. Hervorgegangen ist die Ausstellung aus einer Sichtung des im Deutschen Literaturarchiv Marbach aufbewahrten Nachlasses. „Urbans Orbit“ wird bis zum 8. Februar 2018 vor und nach den Veranstaltungen im Literarischen Colloquium zu sehen sein. Am 20. Oktober 2017 wird sich ein ganztägiges Symposium mit dem Titel „Zaitenklänge“ – eine Wortschöpfung aus einer Chlebnikov-Übersetzung von Gerhard Rühm – exemplarischen Geschichten aus der Geschichte der Übersetzung widmen. Detailplan hier.

Anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums hat der DÜF im Sommer gemeinsam mit der FAZ einen Übersetzerwettbewerb ausgelobt und eine Fachjury damit betraut, die mehr als 400 Einsendungen zu begutachten. Am Freitag, 20. Oktober um 19 Uhr nun wird, zum Abschluss des Symposiums die herausragende deutsche Übersetzung eines hierzulande wenig bekannten Frühwerks Don DeLillos gekürt, der Anfang des Romans „Great Jones Street“ aus dem Jahr 1973. Nebenbei stellt der Wettbewerb die Frage, ob und vor allem auf welche Weise sich das Literaturübersetzen in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten weiterentwickelt hat.

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