Deutscher Übersetzerfonds
Die Vermittlung fremdsprachiger Literatur im Deutschen lebt von der Arbeit der Übersetzer. Übersetzungen erweitern nicht nur unseren Horizont und unser Verständnis für fremde Kulturen, sie bereichern auch unsere Sprache und das literarische Leben. Je höher die Übersetzungskultur, desto reicher und lebendiger bleibt das Deutsche.
Wie die anderen Künste ist die Übersetzungskunst auf öffentliche Förderung angewiesen. Diese Einsicht setzte sich in Deutschland in mehreren Schüben durch: mit ersten Stipendien in den 70er Jahren in Baden-Württemberg, später auch in einzelnen anderen Bundesländern, mit der Gründung des Europäischen Übersetzer-Kollegiums in Straelen (1978) und schließlich mit der Etablierung des Deutschen Übersetzerfonds e.V. (DÜF). Rosemarie Tietze, Übersetzerin russischer Literatur und erste DÜF-Vorsitzende 1997-2009, hatte mit der Einberufung zweier Konferenzen Mitte der neunziger Jahre die Initiative für eine qualitätsorientierte und überregional wirksame Übersetzerförderung ergriffen (siehe „Memorandum“); die Vereinsgründung mit acht in der Übersetzerförderung aktiven literarischen Institutionen im September 1997 schuf den dafür nötigen organisatorischen Rahmen. Gründungsort und Sitz der Geschäftsstelle des Deutschen Übersetzerfonds ist das Literarische Colloquium Berlin. 2007 feierte der Deutsche Übersetzerfonds bereits sein 10jähriges Jubiläum (Download Jubiläumsbroschüre).
Seit 1998 erhält der Deutsche Übersetzerfonds regelmäßige Zuwendungen des Bundes (mit der Kulturstiftung des Bundes als größtem Mittelgeber seit 2005; daneben Zuschüsse des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Auswärtiges Amts) und der Kulturstiftung der Länder. Seinen Zweck erfüllt er insbesondere durch die Vergabe von Stipendien an Übersetzerinnen und Übersetzer. Der Deutsche Übersetzerfonds entwickelt darüber hinaus neue Formen des Erfahrungsaustausches und der Wissensvermittlung: Grundlagenseminare, thematische Workshops, Nachwuchsförderung („Hieronymus-Porgramm"), internationale Zusammenarbeit. Die Vision einer "Akademie der Übersetzungskunst" nimmt Gestalt an.