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"In zwei Sprachen zuhause"

Erzählprojekt des Deutschen Übersetzerfonds von und mit Kindern mit Fluchterfahrung

 

Zum Projektblog: http://inzweisprachenzuhause.org

Das Projekt auf Facebook: http://www.facebook.com/inzweisprachenzuhause

 

Was kann ein Verein, dessen Aufgabe die Förderung literarischer Übersetzung ist, zur Integration von geflüchteten Menschen beitragen?

Wir finden: ziemlich viel. Grundlage des 2016 gestarteten Projekts ist die Idee, Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung zu Erzählwerkstätten mit LiteraturübersetzerInnen einzuladen, in denen das von den Kindern Erzählte mit ihnen gemeinsam in die deutsche Sprache übertragen wird.

Eine mehrsprachige Dokumentation der Geschichten als Buch ermöglicht es den Kindern, etwas Eigenes in Händen zu halten, das nicht nur den Spracherwerb fördert, sondern auch Selbstbewusstsein und Halt in der neuen, fremden Heimat vermitteln kann.

So unterschiedlich wie die Kinder und Jugendlichen selbst sind, so unterschiedlich sind auch die jeweiligen Schreib- und Übersetzungsworkshops:

In München treffen beispielsweise Gymnasiasten auf Übergangsschüler, um gemeinsam und gegenseitig anhand von mitgebrachten Gegenständen Geschichten zu erzählen – schreibend, übersetzend, sich pantominisch verständigend, assoziierend, lernend. In Köln liegt der Fokus auf biographischem Schreiben arabischsprechender Schüler aus einer Gymnasien-Vorbereitungsklasse. In Döbeln findet ein Schreib- und Übersetzungsworkshop mit Schülern einer „Deutsch als Zweitsprache“-Klasse statt – mit neun verschiedenen Muttersprachen. In Bad Cannstatt (Stuttgart) unterstützt eine Traumatherapeutin das kreative Schreiben jesidischer Mädchen, die sich explizit eine Deutsch-Werkstatt gewünscht haben. Die Geschichtenwerkstätten in Berlin finden mit Schülern von Willkommensklassen in verschiedenen Bibliotheken statt; zum Abschluss stellen die Jugendlichen ihre Texte in öffentlichen Lesungen vor. In Stuttgart wird bei Workshops in einer Notunterkunft das Schreiben auf Deutsch mithilfe der Musik- und Theaterpädagogik gefördert; auch in Angermünde werden die Workshops mit Elementen der „Sprachmittlermethode“ und mit Mitteln der Theaterpädagogik begleitet.

Allen Projekten gemeinsam ist der Fokus auf das Übersetzen der ausgedachten Geschichten ins Deutsche. Dabei nehmen die Herkunftssprachen den notwendigen Raum ein: die Mehrsprachigkeit soll als Gewinn, nicht als Ausgrenzungsfaktor erlebt werden. Am Ende entsteht ein Sammelband aller Geschichten in mehreren Sprachen (in der jeweiligen Herkunftssprache und auf Deutsch). So können die Kinder und Jugendlichen etwas Eigenes in Händen halten, das ihnen die neue, fremde Sprache vertrauter macht und ihre Identität stärkt.

Die einzelnen Workshops unseres Projekts „In zwei Sprachen zuhause“ finden ab der zweiten Jahreshälfte 2016 bis Frühjahr 2017 an verschiedenen Orten in Deutschland statt.

 

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